fine art contemporary

Alfons Walde
Sonntag, um 1920
Öl auf Karton, 29,6 x 27,5 cm



FINE ART

JUBILÄUM 2019

 

Die Galerie Kovacek & Zetter feiert ihr 20-jähriges Galeriejubiläum mit zwei hochkarätigen Ausstellungen, zu denen zwei umfangreiche Kataloge erscheinen.

Ein Katalog ist der österreichischen Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der Zeit des Secessionismus und der Malerei der Zwischenkriegszeit gewidmet. Es präsentiert sich ein Streifzug durch die österreichische Kunstgeschichte mit Werken von Künstlern, die zu den bedeutendsten des Landes gehören und die Entwicklung der Malerei in Österreich nachhaltig geprägt haben.
Hier sind die Stimmungsimpressionisten wie Tina Blau und Olga Wisinger-Florian ebenso zu nennen, wie Gustav Klimt und die frühen Expressionisten Egon Schiele und Oskar Kokoschka. Dazu gesellen sich Meisterwerke der Neuen Sachlichkeit von Alfons Walde und zwei wundervolle Bilder von Carl Moll, dem Doyen der österreichischen Kunstlandschaft der Zwischenkriegszeit, sowie eines der raren und gesuchten Ölbilder von Werner Berg. Schlusspunkt des Kataloges und zugleich Überleitung zum zeitgenössischen Teil der Ausstellung, dem ein eigener Katalog gewidmet ist, bilden zwei Eitemperarbeiten von Max Weiler und eine Arbeit von Arik Brauer.

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Ingrid Brandstetter 
Waiting, 2019
Öl auf Leinwand, 120x100 cm



INGRID BRANDSTETTER

EN VOYAGE - ALLEGRO CON SPIRITO

Bereits zum dritten Mal widmet die Galerie Kovacek & Zetter der Künstlerin Ingrid Brandstetter eine große Einzelausstellung mit dem Titel „En Voyage – Allegro con spirito“.

In der aktuellen Werkfolge widmet sich die Malerin dem Thema des Reisens. Wobei das im wortwörtlichen, aber durchaus auch im übertragenen Sinn zu verstehen ist. Es sind Frauen, die als Tramperin die Welt erforschen, die im Transitraum auf ihren Flug warten oder am Busterminal in einem fernen Land der Abreise entgegenfiebern, Momente des Abschiednehmens und der Wiedersehensfreude. Es sind aber auch jene mutigen und offenen Frauen, die bereit sind, Neues zu wagen, sich auf Abenteuer einzulassen, die mit offenen Augen und Herzen durch die Welt gehen und manchmal auch an einen Scheideweg geraten, an dem es innezuhalten gilt und es vielleicht nötig ist, eine neue Richtung einzuschlagen.

Ingrid Brandstetter gelingt es, diese Szenen mit einer spielerischen Leichtigkeit und Unmittelbarkeit festzuhalten. Die Bilder verführen und lassen uns die emotionalen Stimmungen der Protagonistinnen nachvollziehen. Sie generieren eine Geschichte, in der das Davor und Danach der Szene in unseren Assoziationen weitergesponnen wird. Somit entstehen narrative Bildkonzeptionen, denen man sich kaum entziehen kann. Dabei erschafft sie mit einer unglaublich leuchtenden Farbpalette, mit ihrer kraftvollen, gestischen Malweise eine Atmosphäre voll Lebensfreude und Zuversicht.

Durch die aktuelle Situation werden diese Bilder aber auch zu Sehnsuchtsmomenten. Die Gewissheit zu jeder Zeit an jeden Ort der Welt reisen zu können, ist uns auf einmal genommen worden. Eine Pandemie hat uns einen nie dagewesenen Stillstand aufgezwungen. Wir merken wie labil ein System ist, das wir als selbstverständlich hingenommen haben. Umso mehr erfreuen wir uns an den Geschichten, die von dieser unbeschwerten Reiselust, dem Fernweh, von der Lust auf Abenteuer, auf Neues und Unbekanntes erzählen und die Ingrid Brandstetter in malerischer Form meisterhaft für uns festgehalten hat.