fine art contemporary

Gerhild Diesner
Heuernte in der Provence, 1960
Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm

SEPTEMBER AUSSTELLUNG 2018
FINE ART, MODERN & CONTEMPORARY

Anlässlich des 20-jährigen Galeriejubiläums wurde die Galerie Kovacek & Zetter diesen Sommer groß umgebaut und erstrahlt in neuem Licht. In den neu gestalteten Räumlichkeiten lädt die Galerie ab 10. September zu einer umfangreichen Werkschau zweier parallel laufenden Ausstellungen – fine art und  modern & contemporary – ein.

Neben der Präsentation wichtiger österreichischer Künstler wird der Fokus verstärkt darauf gelegt, internationale Positionen ins Galerieprogramm zu integrieren. So wird heuer erstmals ein Original von Andy Warhol, dem wohl bekanntesten Vertreter der amerikanischen Pop Art, gezeigt. Auch von Tony Cragg, einem der bedeutendsten Bildhauer weltweit, ist eine Skulptur zu sehen. „Column“, eine aus übereinander gestapelten Glaswürfeln ausbalancierte Stele, ist 2017 entstanden und wurde in einer kleineren Ausführung letztes Jahr in der Ausstellung „Glasstress“ im Rahmen der Biennale in Venedig gezeigt.

Von Erwin Wurm, dem weltweit bekannten österreichischen Künstler, zeigt die Galerie neben dem berühmten „Fat Bus“ aus transparentem Glas nun erstmals auch Fotoarbeiten seiner berühmten „One Minute Sculptures“.

Neu im Programm der Galerie sind die Bilder der Künstlerin Gabi Trinkaus. Sie schafft in monatelanger akribischer Arbeit Collagen aus diversen Zeitschriften, die zunächst zerschnitten werden, um dann zu einem aus unzähligen Facetten bestehenden Gesicht neu zusammengesetzt zu werden. Gabi Trinkaus ist international etabliert, ihre Werke werden auf den wichtigen Kunstmessen in Basel, New York oder London gezeigt. Die Künstler der „Gruppe St. Stephan“ Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Markus Prachensky sind seit schon vielen Jahren fixer Bestandteil des Galerieprogamms und auch in dieser Ausstellung mit interessanten Werken vertreten.

Die zweite Ausstellung spannt einen Bogen von der Kunst des Stimmungsimpressionismus, über den Wiener Secessionismus bis hin zum Expressionismus. Neben einem faszinierenden Grundlseemotiv von dem zu Unrecht fast in Vergessenheit geratenen Josef Maria Auchentaller – Freund und Wegbereiter Gustav Klimts – sind auch zwei expressive, lichtdurchflutete Sujets vom Secessions-Mitbegründer Carl Moll zu sehen. Von Alfons Walde werden beeindruckende Versionen des „Auracher Kirchl“ und „Berghof“ gezeigt. Der expressive „Fliederstrauss“ von Max Oppenheimer komplettiert die Riege einiger der wichtigsten österreichischen Maler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

 

Kogelnik_Penny_Head.jpg

Kiki Kogelnik
Small Penny Head, 1995
Sonderanfertigung zur Serie "Little Heads I"
Muranoglas, H 39,5 cm
Monogrammiert auf dem Sockel: K. K. Special

KIKI KOGELNIK 2018
SUPERWOMAN

In einer großen Personalausstellung wird Kiki Kogelnik gewürdigt, jene große Ausnahmekünstlerin, die viel zu früh, 1997, mit nur 62 Jahren verstorben ist. Sie hinterlässt ein faszinierendes vielschichtiges Oeuvre, das eine schillernde Persönlichkeit offenbart, die zeit ihres Lebens sensibel für aktuelle Strömungen war und mit unersättlicher Neugier, voller Energie und Experimentierfreude immer wieder neue Techniken erprobte und unterschiedlichste Genres auslotete. Ihr Stellenwert auch im internationalen Kontext wird vor allem in den letzten Jahren in zahlreichen Ausstellungen in renommierten Häusern wie der Tate Modern in London und der Kunsthalle Stavanger aufgearbeitet.

Als junge Malerin, die gerade in der Wiener Kunstszene um die Galerie nächst St. Stephan Fuß gefasst hatte, lässt sie sich auf das Wagnis ein, ihre Karriere in New York fortzusetzen. Rasch findet sie Anschluss bei den Größen der damals in Amerika aufkommenden Pop Art. Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg und Andy Warhol gehören zu ihrem Freundeskreis. Ihre Begeisterung für den technischen Fortschritt und die neuen Technologien, denen sie in New York begegnet, setzt sie in ihre ganz persönliche Version der Pop Art um. Die ersten „Cut-Outs“ – ausgeschnittenen Schablonen entlang der Umrisslinien, die sie von Freunden abgenommen hatte – entstehen und werden in weiterer Folge wesentliches Element ihrer Arbeiten. Als revolutionär können die daraus entwickelten „Hangings“ bezeichnet werden, die Kiki Kogelnik in spektakulären Straßenaktionen in Wien und New York 1967 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und die in grafischer Umsetzung in der Ausstellung zu sehen und erwerben sind. Hohen Wiedererkennungswert haben die plakativen Frauenbilder der Serie „Women’s Lib(eration)“, an der die Künstlerin in den 1970er und frühen 1980er Jahren arbeitet. Es sind vordergründig angepasste, schöne und perfekte Frauen, die in einer zweiten Ebene manchmal manipulativ, aggressiv und dominant sind und sich ihrer sexuellen Anziehungskraft sehr wohl bewusst scheinen. Hier offenbart die Künstlerin ein kritisches und sehr emanzipiertes Frauenbild. In der Ausstellung werden wichtige Arbeiten dieser Werkfolge zu sehen sein.

Zwei Hauptwerke aus der Serie „Expansions“, in der Leinwandbilder mit Keramikarbeiten kombiniert ein interessantes Spiel der Realitäten ergeben, sind ein Highlight der Ausstellung und von musealem Rang. Ein weiterer Schwerpunkt ist den „Venetian Heads“ aus Muranoglas gewidmet. Fünfzehn Glasköpfe, darunter allein drei Exemplare aus der Serie „Venetian Heads I“, die lediglich in einer Auflage von sieben Stück produziert wurden, können in der Ausstellung bewundert werden. Sie sind die dreidimensionale Ausformung der Maske mit gezacktem Haar, die für die Künstlerin zum Sinnbild des Menschen von heute geworden ist.