fine art contemporary

Max Weiler
untitled, 1981/1985
(Mountain Landscape)
wax crayon and color lithograph, 84 x 59,5 cm
signed and dated lower right: Weiler 1985


SEPTEMBER EXHIBITION
FINE ART, MODERN & CONTEMPORARY

Anlässlich des 20-jährigen Galeriejubiläums wurde die Galerie Kovacek & Zetter diesen Sommer groß umgebaut und erstrahlt in neuem Licht. In den neu gestalteten Räumlichkeiten lädt die Galerie ab 10. September zu einer umfangreichen Werkschau zweier parallel laufenden Ausstellungen – fine art und  modern & contemporary – ein.

Neben der Präsentation wichtiger österreichischer Künstler wird der Fokus verstärkt darauf gelegt, internationale Positionen ins Galerieprogramm zu integrieren. So wird heuer erstmals ein Original von Andy Warhol, dem wohl bekanntesten Vertreter der amerikanischen Pop Art, gezeigt. Auch von Tony Cragg, einem der bedeutendsten Bildhauer weltweit, ist eine Skulptur zu sehen. „Column“, eine aus übereinander gestapelten Glaswürfeln ausbalancierte Stele, ist 2017 entstanden und wurde in einer kleineren Ausführung letztes Jahr in der Ausstellung „Glasstress“ im Rahmen der Biennale in Venedig gezeigt.

Von Erwin Wurm, dem weltweit bekannten österreichischen Künstler, zeigt die Galerie neben dem berühmten „Fat Bus“ aus transparentem Glas nun erstmals auch Fotoarbeiten seiner berühmten „One Minute Sculptures“.

Neu im Programm der Galerie sind die Bilder der Künstlerin Gabi Trinkaus. Sie schafft in monatelanger akribischer Arbeit Collagen aus diversen Zeitschriften, die zunächst zerschnitten werden, um dann zu einem aus unzähligen Facetten bestehenden Gesicht neu zusammengesetzt zu werden. Gabi Trinkaus ist international etabliert, ihre Werke werden auf den wichtigen Kunstmessen in Basel, New York oder London gezeigt. Die Künstler der „Gruppe St. Stephan“ Wolfgang Hollegha, Josef Mikl und Markus Prachensky sind seit schon vielen Jahren fixer Bestandteil des Galerieprogamms und auch in dieser Ausstellung mit interessanten Werken vertreten.

Die zweite Ausstellung spannt einen Bogen von der Kunst des Stimmungsimpressionismus, über den Wiener Secessionismus bis hin zum Expressionismus. Neben einem faszinierenden Grundlseemotiv von dem zu Unrecht fast in Vergessenheit geratenen Josef Maria Auchentaller – Freund und Wegbereiter Gustav Klimts – sind auch zwei expressive, lichtdurchflutete Sujets vom Secessions-Mitbegründer Carl Moll zu sehen. Von Alfons Walde werden beeindruckende Versionen des „Auracher Kirchl“ und „Berghof“ gezeigt. Der expressive „Fliederstrauss“ von Max Oppenheimer komplettiert die Riege einiger der wichtigsten österreichischen Maler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

 

 

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Eduard Angeli
Two Lights, 2014
oil on canvas, 211x125 cm




EDUARD ANGELI

„Die bildende Kunst kann die Welt nicht verändern, aber sie kann den Menschen verändern, sie kann uns einfach zu besseren Menschen machen.“ (Eduard Angeli, 2018) 

Eduard Angeli zählt heute zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern unseres Landes. Über die letzten Jahrzehnte wurde sein Werk mit großen Ausstellungen im In- und Ausland gewürdigt wie zum Beispiel in der beeindruckenden Retrospektive zu seinem 75. Geburtstag in der Albertina in Wien 2017.

Er gehört seit Jahrzehnten zu jenen Malern, denen es meisterhaft gelingt eine Spannung zwischen Realismus, abstrakten Farbflächen und reinen Lichtwirkungen aufzubauen. Seine atmosphärischen, menschenleeren Bilder sind unverkennbar und verstehen es, uns in eine magische Welt zu entführen.

In der Ausstellung werden auf drei Etagen an die dreißig Leinwandbilder und mehrere Pastelle gezeigt, die dem Thema Venedig gewidmet sind. Die Weite der Lagune sowie die engen Gassen der Serenissima bieten dem Künstler seit 2002, als er seinen zweiten Wohnsitz hierher verlegt hat, einen unerschöpflichen Reichtum an Motiven. Dabei zeichnet seine Werke eine Stille aus, die alle Teile seiner Bilder gleichermaßen erfasst. Es ist eine Stille des Motivs – leere Plätze, verlassene Häuser, die glatte Oberfläche des Meeres –, eine Stille der bewusst gewählten Tageszeit – die Nacht in ihrer Einsamkeit, der ruhige Horizont im Abendlicht – und eine Stille der Komposition, die in zumeist bildparalleler Ordnung bühnenartig aufgebaut, in streifenartiger Anordnung fast abstrakt anmutet.

Angelis Bilder fesseln uns in ihrer Einfachheit und Ruhe und bestechen durch ihre malerische Qualität. Ob nebelverhangene Brücken in Venedig, sanfte Morgen- oder geheimnisvolle Nachtstimmungen in der Lagune oder einzelne, schmucklose Bauwerke – seine Kompositionen rücken uns so nahe, dass wir gar nicht anders können, als uns als Teil dieser Landschaften zu fühlen. Das hat nicht nur mit einer lokalen Verortung zu tun wie in den Architekturbildern, sondern vielmehr mit einer Gefühlswelt, in die wir hineingezogen werden. Seltsam entrückt, wie aus einem fernen Traum und gleichzeitig doch so intensiv, dass wir uns ihnen nicht entziehen können, holen uns diese Bilder gedanklich in ihre Mitte.