fine art contemporary
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Gerhild Diesner

1915 Innsbruck - 1995 Innsbruck

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Stillleben mit Zitronen um 1960/1970

Öl auf Leinwand auf Platte
37 x 70 cm
Signiert rechts unten: Diesner

Provenienz

Privatsammlung Innsbruck

Literatur

Vgl.: Matthias Boeckl, Gerhild Diesner 1915-1995, Kunstinitiative Tirol, Innsbruck 2007, Abb. S. 216, 224; Günther Dankl, Diesner, Ausstellungskatalog, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck, Innsbruck 1995; Wilfried Kirschl, Gerhild Diesner, Innsbruck 1979, Abb. S. 62
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Langtext

„Die Bilder Gerhild Diesners, in denen lyrisches Naturerleben, ursprüngliche Gestaltungskraft und koloristische Verve eine unverwechselbare Verbindung eingehen, gehören zum wesentlichen Bestandteil der österreichischen Kunst nach 1945.“ Ihre Gemälde faszinieren durch eine beinahe magische Leuchtkraft und eine funkelnde Farbigkeit, die durch intensive Auseinandersetzung mit der französischen Moderne, etwa dem Werk von Paul Gauguin, André Lhote oder jenem der Fauvisten wie Henri Matisse und André Derain, entstand. Ebenso finden sich Reminiszenzen an die Malerei Vincent van Goghs und die holzschnitthaft reduzierte Kunst des deutschen Expressionismus, deren Impulse Gerhild Diesner in eine eigenständige und unverwechselbare Bildsprache transformiert hat. In dem klassischen, ausformulierten „Stillleben mit Zitronen“ ist die Auseinandersetzung mit der französischen Moderne, aber auch der Kunst des deutschen Expressionismus unübersehbar. In einem hochgeklappten, aufsichtigen Bildraum arrangiert Gerhild Diesner ein eigenwilliges Nebeneinander von Zitronen, Kirschen, einem abgelegten Messer sowie einem blau schimmernden Krug, wie zufällig platziert auf einer einfachen dunklen Tischplatte. Hier findet keine räumliche Schichtung und Durchdringung der Farben mehr statt, sondern die einzelnen Bildelemente werden koloriert und mit kraftvollen Konturen umrandet. Die Farbpalette ist auf wenige leuchtende Blau-, Türkis- und Gelbtöne reduziert. Durch das vibrierende Nebeneinander der Komplementärfarben springen die Früchte dem Betrachter haptisch ins Auge – ein Effekt, der auch gekonnt durch den satten, ultramarinblau rhythmisierten Hintergrund und die kräftigen, abgesetzten Pinselstriche verstärkt wird. In ihrer kraftvollen formalen und koloristischen Ikonografie zaubert die große Bildpoetin Gerhild Diesner in diesem repräsentativen Stillleben ein Bild voll schwelendem und glühendem Leben und fast scheint es, als hätte sie die Welt des Alltages hinter sich gelassen und die Wirklichkeit in festliche Erinnerung verwandelt.