fine art contemporary
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Willy Eisenschitz

1889 Wien - 1974 Paris

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Sommerblumenstrauß 1928

Öl auf Leinwand
73 x 73 cm
Signiert und datiert rechts unten: Willy Eisenschitz 1928

Provenienz

Privatbesitz Frankreich; Privatbesitz Deutschland

Literatur

Vgl.: Willy Eisenschitz. Vienna 1889-1974 Paris, Ausstellungskatalog, National Art Museum of China, Bejing 2011, Abb. S. 174 ff.; Jean Perreau, Willy Eisenschitz. 1889-1974. Werkverzeichnis, Linz 1999, Abb. S. 224
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Langtext

Neben den licht- und farbdurchtränkten Küstenlandschaften Südfrankreichs, den mit Olivenbäumen und Lavendelfeldern übersäten Landstrichen der Provence oder den kargen Fluss- und Bergregionen der Drôme stellt das Genre Stillleben zwar eine durchgehende, aber bislang weniger beachtete Facette im Schaffen von Willy Eisenschitz dar. Ein Korrektiv diesbezüglich war die monumentale Einzelausstellung, die dem großen franko-österreichischen Künstler 2011 im NAMOC Museum Peking gewidmet war, in der einige seiner schönsten Blumenbilder und Interieurs zu sehen waren, die in den 1920er und 1930er Jahren in Frankreich entstanden sind. 1928, als Willy Eisenschitz erstmals im berühmten Salon d’Automnes in Paris ausstellte, entstand – wahrscheinlich schon in seinem künstlerischen Refugium Les Minimes unweit von Toulon in der Provence – nebenstehendes lichterfülltes Gemälde. Auf einer blauen damastartigen Tischdecke, flankiert von drapierten gelben Vorhängen, zeigt der Künstler einen einfach verzierten, grau-blauen Tonkrug mit einem prächtigen, beinahe bildfüllenden Blumenarrangement: ein üppiger Strauß aus roten Mohnblumen, rosa Nelken, fleischfarbenen Gerbera sowie gelb perlenden Mimosen scheint dem Betrachter aus dem Krug regelrecht entgegen zu quellen. Mit schwungvollem und doch präzise nachvollziehbarem Pinselstrich hat der Künstler mit spürbar großer Freude am Malen, diese Blumenpracht der Provence lebendig und mit großer Plastizität festgehalten. Der kraftvolle Duktus und das intensive Leuchten der rein gesetzten Farben sind hier von einer Modernität, die an Werke von Henri Matisse und der Fauves denken lässt, mit deren Bildauffassung sich Willy Eisenschitz in seinen frühen Arbeiten beschäftigt hat. „Sommerblumenstrauß“ ist ein äußerst repräsentatives Gemälde von ausgesuchter Qualität aus dem seltenen frühen Schaffensabschnitt dieses unverwechselbaren Künstlers und stellt eine veritable Bereicherung jeder Sammlung österreichischer Zwischenkriegsmalerei dar.