fine art contemporary
Rudolf-Ribarz

Rudolf Ribarz - Biografie

1848 Wien - 1904 Wien


Als Sohn eines Großkaufmannes sollte Rudolf Ribarz die väterliche Firma übernehmen, doch bereits ab 1860 nahm er privaten Zeichenunterricht und inskribierte 1864/65 an der Wiener Akademie der bildenden Künste unter Albert Zimmermann. Seine Studienkollegen waren Emil Jakob Schindler, Eugen Jettel, Robert Russ und Adolf Ditscheiner. Anlässlich der Eröffnung des Künstlerhauses 1868 reichte der junge Maler erstmals ein Bild ein, ein Jahr später nahm er bereits an der I. Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast teil. Dort waren gleichzeitig die Bilder französischer Maler zu sehen, u. a. Gustave Courbet oder Camille Corot, deren "paysages intimes" auch die österreichischen Maler beeindruckten. Als Rudolf Ribarz 1875 nach Brüssel ging, fand er wiederum Anschluss an die "Haager Schule", wo er 1875 und 1876 bei der "Ausstellung lebender Meister" in Den Haag seine Bilder zeigte. Anschließend ließ er sich für 16 Jahre in Paris nieder. Seine Gemälde stellte der Künstler mittlerweile international aus, sowohl im Pariser Salon als auch in München, Wien, Berlin und Venedig sowie auf den Weltausstellungen Paris, Chicago und Antwerpen. Ab den 1880er Jahren wandte sich Rudolf Ribarz der – wie er es nannte – "Kraut- und Rüben-Malerei" zu, von den Landschaften wechselte er zu Blumen und Früchten. 1892 folgte der Maler einem Ruf als Professor für Blumenmalerei an die Wiener Kunstgewerbeschule und wurde außerdem Mitglied des Kunstrates im österreichischen Unterrichtsministerium. In seinen letzten Lebensjahren malte er bevorzugt stimmungsvolle Motive aus der Wiener Umgebung. Nach seinem Tod 1904 wurde sein Nachlass in der berühmten Galerie Miethke versteigert und sein Werk im Dezember 1905 im Wiener Künstlerhaus durch eine Ausstellung gewürdigt.

 

Rudolf Ribarz ließ sich wie sein Malerfreund Eugen Jettel für viele Jahre in Paris nieder, das schon damals mit den Malern von Barbizon und den Impressionisten ein veritables „Laboratorium“ für moderne Malerei war. Hier entstanden über viele Jahre seine großartigsten Gemälde mit Motiven aus Frankreich und Holland – Dünen bei Treport, Weidelandschaften bei Cayeux, Bretonische Fischerdörfer oder vielfältige Kanalmotive aus Holland – die sich heute vielfach in musealem Besitz, etwa der österreichischen Galerie Belvedere oder der Sammlung Leopold, befinden.

Rudolf-Ribarz
Blick über den Kanal bei Overschie um 1885